Hier erfahren Sie etwas über meine persönliche Schwerpunktsetzungen in der psychologisch-psychotherapeutischen Arbeit...

 

Letztlich gibt es kein Entrinnen vor uns selbst. Solange der Mensch sich nicht selbst in den Augen seiner Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht. Solange er nicht zulässt, dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben, gibt es für ihn keine Geborgenheit. Solange er sich fürchtet, durchschaut zu werden, kann er weder sich noch andere erkennen – er wird allein sein. Wo können wir solch einen Spiegel finden, wenn nicht in unseren Nächsten? Hier in der Gemeinschaft kann ein Mensch erst richtig klar über sich werden und sich nicht mehr als den Riesen seiner Träume oder den Zwerg seiner Ängste sehen, sondern als Mensch, der – Teil eines Ganzen – zu ihrem Wohl seinen Beitrag leistet. In solchem Boden können wir Wurzeln schlagen und wachsen; nicht mehr allein – wie im Tod -, sondern lebendig als Mensch unter Menschen (Beauvais)

 

Aus meiner Sicht zielt psychologisch-psychotherapeutische Arbeit auf mehr, als „nur“ Linderung oder Beseitigung von Symptomen. Solche Arbeit umfasst ein großes Spektrum von Methoden der emotionalen Unterstützung über geistige Anregungen bis zu menschlicher Begleitung für jemanden, der unterwegs auf dem Weg zu sich selbst ist Richtung eines für ihn oder sie erfüllt(er)en, erfolgreich(er)en Lebens. „Erfüllt“ bzw. „erfolgreich“ ist in diesem Zusammenhang allerdings nicht vorwiegend materiell gemeint, sondern soll im Kern auf die proaktiv-selbstbestimmte Gestaltung des eigenen Lebens hinweisen, um mit Kreativität, Gewahrsein sowie respektvoller Achtsamkeit persönliche Ziele darin zu verwirklichen, im Gegensatz dazu, „nur“ zu reagieren.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Weder Psychotherapie, Burnout-Prophylaxe, Streßprävention Coaching oder Supervision, noch irgendeine andere Form psychologisch-psychotherapeutischer Tätigkeit ist eine Garantie für Glück, Erfüllung, Heilung oder persönliches Erwachsen. Alle diese Maßnahmen sollen Menschen bei ihren eigenen Schritten und auf ihren ganz persönlichen Wegen fachlich qualifiziert unterstützen. Anders und vielleicht etwas pathetisch ausgedrückt: Der letztlich einzige und wirklich Experte für die eigenen Lebensfragen bleibt immer der Einzelne selbst, denn für das individuelle „Buch des Lebens“ kann niemand irgendwo abschreiben. Insofern geht es bei allen Formen psychologisch-psychotherapeutischer Arbeit immer darum, der oder die zu werden, der man oder frau ist.

Neben dem Erkennen und Verstehen von hemmenden, seelischen Mustern sowie dem Aufarbeiten innerer, vielleicht biografischer Konflikte oder Defizite geht es auf diesem Weg immer genauso auch um die Stärkung der seelischen Selbstheilungskräfte (Förderung der so genannten Salutogenese). Um heilsame Prozesse anzustoßen, so dass die Gesundung wieder neuen Auftrieb bekommt, sind nach meiner Erfahrung dazu u.a. folgende Bereiche wichtig:

  • Verfeinerung von Achtsamkeit und Gewahrsein, wozu auch Entspannung, Besinnung und Entschleunigung sinnvoll sind;
  • Belebung von individuellen Kraftquellen (Ressourcenaktivierung)
  • Ausschöpfung, Verwirklichung und Weiterentwicklung persönlicher Potentiale
  • Förderung der Kreativität im Umgang mit sich selbst und der Umwelt (wozu u.a. auch der Humor gehört)
  • Kultivierung von Wertschätzung inklusive Selbstmitgefühl
  • Weiterentwicklung von persönlicher Selbstfürsorge und - darin eingeschlossen - der Bereitschaft zur Selbstverantichkeit

Außerdem spielt in meiner Arbeit eine wichtige Rolle, dass das Ganze mehr ist, als die bloße Summe seiner Teile. D.h. psychologisch-psychotherapeutische Arbeit sollte Menschen nicht „eindimensional“ betrachten und auf Verhalten, Gefühle oder Denkmuster usw. reduzieren. Alle Ebenen des Menschseins brauchen Aufmerksamkeit: Die Bedürfnisse zu leben (Vitalität, Körperlichkeit), zu lernen (Neugierde, Verstand), zu fühlen (Emotionalität) und sich auf andere zu beziehen (Bindung) ebenso wie auch das Bedürfnis nach Sinn (Spiritualität). Erst wenn alle "Teile" die Chance haben, zusammen zu spielen und zusammen zu wachsen (Intergration), bekommt psychologisch-psychotherapeutisches Arbeiten etwas Ganzheitliches.

Ein letzter, zentraler Aspekt, der sich in meiner mehr als 20 jährigen Tätigkeit als Psychologe herausgebildet hat, ist die Begegnungsorientierung. Deren tiefere Bewandtnis soll das nebenstehende Zitat verdeutlichen.